Sonntag, 6. April 2014

Kleine Knipserei: Mond bei Jupiter (oder umgekehrt..)

Ein paar schnelle Schnappschüsse vom Balkon...

Zuächst Mond und Jupiter mit 70mm (Tamron)


Danach kam mir die Idee mal mit mehr Brennweite hinzuhalten - 300mm. Beim Mond habe ich das schon erfolgreicher hinbekommen, aber als ich dann noch Jupiter kurz belichtete und die schön aufgereihten Monde sah, hab ich fix ein Komposit daraus gebastelt und Jupiter einfach näher an den Mond gerückt... Der Farbfehler ist bitter, aber schaut nett aus.


Donnerstag, 3. April 2014

Sternkarten & Atlanten

Ohne Karten ist man aufgeschmissen - ganz klar. Im Laufe der Zeit wird man natürlich einige Standardobjekte auch ohne Karte auffinden können, aber wannimmer man ein neues, bis dato noch unbekanntes Deepsky Objekt finden möchte, wird man nicht um geeignetes Kartenwerk herumkommen.
 
Die "richtige" Sternkarte oder Sternatlas gibt es nicht. Jeder hat andere Präferenzen, der eine braucht zum Beispiel zwangsweise Sternbildlinien, der andere nicht. Mir selber helfen diese Linien bei meiner Aufsuchmethode, bei der ich nach Verbindungen zwischen markanten Sternen suche und/oder Dreiecke bilde. Jemand der gerade in die Astronomie einsteigt und versucht sich am Himmel zurecht zu finden ist natürlich auch nicht mit einem Atlas gedient, der völlig überladen mit Objekten und schwachen Sternen daherkommt. Eine sehr schöne Einrichtung ist, wenn eine Sternkarte mit Telradkreisen ausgestattet ist - dabei werden die Zielkreise des Telradsuchers über die Objekte gelegt, was das Auffinden erheblich erleichtern kann. Dies bietet zum Beispiel der Deepsky Reiseatlas aus dem Occulum Verlag, aber auch der kostenlose Atlas "SAC's 100 Best of the NGC" wobei dieser wieder ein anderes Spektrum an Objekten abdeckt, Messierobjekte wird man hier nicht finden. Alternativ kann man aber auch Telrad Schablonen die für diverse Sternkarten verfügbar sind nutzen, die man auf eine Transparentfolie druckt.
 
Es gibt eine Viehlzahl an gedruckten Sternkarten und Atlanten in allen Preisklassen und allen Detailierungsstufen, in diesem kleinen Artikel möchte ich allerdings gar nicht so tief auf die käuflichen Atlanten eingehen, sondern vielmehr auf die kostenlosen Varianten die im Internet von engagierten Sternfreunden weltweit angeboten werden. Diese kann man sich in manchen Fällen einfach direkt selber zu Hause ausdrucken, oder es aber in einem Copyshop oder einem Online-Druckdienst drucken und/oder binden lassen. Trotzdem werde ich versuchen, die Karten mit käuflichen zu vergleichen. Welcher nun zu jedem Einzelnen passt, findet man am besten heraus wenn man sich die verschiedenen Karten in Ruhe nebeneinander anschaut und auch von der ein oder anderen Stelle am Himmel einen Testausdruck macht und zum Beobachten mitnimmt. Die Liste ist natürlich nicht annähernd vollständig, es gibt eine Vielzahl weiterer Sternkarten im Internet, meist auch für bestimmte Geräteklassen wie z.B. Ferngläser.

Zu Beginn zeige ich eine Auswahl der beliebtesten kostenlosen Online Atlanten, zu sehen ist jeweils der 100% Ausschnitt aus der PDF Datei in Originalgröße.

Mag-7 Star Atlas (A4)

Taki Staratlas (A4)


6,5 mag Staratlas (A4)



Triatlas A Set (A4)


110 Best of the NGC (A4)



Triatlas B Set (A4)


Triatlas Pano Set (A3)



Deepsky Hunter Atlas (A3)



Triatlas C Set (A4)



Die Unterschiede sind wohl jedem auffällig, zum einen was die Darstellungsart angeht, als auch die Grenzgröße der abgebildeten Sterne und die Anzahl an Objekten, welche die einzelnen Atlanten beinhalten.

Im folgenden nun ein paar nähere Informationen zu den einzelnen Karten, die das ganze noch etwas vergleichbarer machen sollen. Daneben finden sich auch die Links zu den Autoren der jeweiligen Sternkarten. (Für eine größere Version der Karte, einfach draufklicken)

Name: Mag-7 Star Atlas
Grenzgröße:  7,25m
Objekte: 550+
Seitenzahl: 21
Objektinformationen: Nein 
Autor: Andrew L. Johnson


Name: Taki's Star Atlas
Grenzgröße:  6,5m
Objekte: 500+
Seitenzahl: 12
Objektinformationen: Nein
Autor: Toshimi Taki


Name: 6m5 Star Atlas
Grenzgröße:  6,5m
Objekte: Messier + Caldwell Objekte = 229
Seitenzahl: 106
Objektinformationen: Ja
Autor: Fred van Gestel

Name: Triatlas A Set
Grenzgröße:  9m
Objekte: 500+
Seitenzahl: 25
Objektinformationen: Nein, aber Objektliste verfügbar
Autor:José Ramón Torres
Name: SAC's 110 Best of the NGC
Grenzgröße:  6,5
Objekte: 110
Seitenzahl: 124
Objektinformationen: Ja, ausführlich
Autor: Paul Dickson




Name: Triatlas B Set
Grenzgröße:  11m
Objekte: 1000+
Seitenzahl: 107
Objektinformationen: Nein, aber Objektliste verfügbar
Autor:José Ramón Torres


Name: Triatlas Pano Set
Grenzgröße:  9,8m
Objekte: 1000+
Seitenzahl: 56
Objektinformationen: Nein, aber Objektliste verfügbar
Autor:José Ramón Torres


Name: Deep Sky Hunter Star Atlas
Grenzgröße:  10,2m
Objekte: ca. 7000
Seitenzahl: 112
Objektinformationen: Ja - 109-seitige Zusatzliste mit 7000 Objekten
(verschiedene Sortierungen erhältlich) 
Autor:Michael Vlasov
Download


Name: Triatlas C Set
Grenzgröße:  12,6m
Objekte: 15.000+ (!)
Seitenzahl: 571 (!)
Objektinformationen: Nein
Autor:José Ramón Torres

Heruntergeladen sind alle Kataloge schnell, und Platz dafür ist auf der kleinsten Platte, also sollte man sich ruhig einmal alle zu Hause am Rechner anschauen. Welcher nun derjenige ist, den man "feldtauglich" aufbereitet bleibt jedem selbst überlassen. Wie eingangs schon erwähnt können es auch durchaus zwei (oder mehr) verschiedene sein, um alle Einsatzzwecke abzudecken. Die Kosten für den Druck halten sich bei den meisten in engen Grenzen. Während man die kleineren mal eben schnell nebenher drucken und lamnieren oder in Prospekthüllen verfrachten kann, verbietet sich das bei den großen schon eher. Sowohl der ortsansässige Copyshop oder eine Book-on-demand Druckerei im Internet bieten dann die bessere Alternative, vor allem wenn man den Atlas auch in gebundener Form haben möchte. Die Preise hierfür differieren recht stark in Abhängigkeit von Druckqualiät und Bindungsart, hier ist etwas Recherche gefragt. Den A3 Atlas (für den ich mich unter anderem auch entschieden habe) können ohnehin nur die wenigstens daheim drucken, selbiges ist aber unter 10€ durch ein Fachgeschäft möglich, teurer ist da schon das wetterfeste Verpacken, am besten ist das einsortieren in einen A3  Ordner mit Prospekthüllen, denn durch Laminieren steigt der Preis gut und gerne über 100€ (sofern es vor Ort im Copyshop gemacht wird, einen Atlas mit ca. 100 Seiten kann man auch für 12€ selber laminieren wenn man das geeignete Gerät zu Hause stehen hat).

Ob man nun wirklich den Triatlas als C Set in gedruckter Form besitzen muss bleibt jedem selbst überlassen, allerdings stößt man bei fast 600 Seiten in A4 auch bei den Online-Druckern an die Grenzen dessen was dort in gebundener Form möglich ist, man müsste den Atlas zwangsläufig in mehrere Bände aufteilen, das Selbstaudrucken ist sicher je nach Drucker/Papier noch unter 10€ möglich, aber wer das ganze dann noch einsortieren/laminieren oder in Klarsichthüllen verpacken will, braucht schon sehr viel Zeit und Geduld. Sinnvoller ist es wohl eher bei entsprechenden Nächten eine kleine Anzahl an Detailkarten auszudrucken.

Wozu nun diese Vielzahl an Karten? Tut es nicht auch einfach ein kleines Büchlein?
Jein! Naürlich findet man auch schon eine Vielzahl von (hellen) Objekten mit einem kleinen kompakten Atlas, wie zum Beispiel dem "Vizi" oder früher "Karkoschka" (siehe letzter Absatz "Kaufatlanten"), doch was mit markanten Messierobjekten noch gut funktionieren kann, versagt schnell bei unübersichtlichen Feldern mit vielen und schwachen Objekten. Dazu habe ich zwei Beispiele angefertig:

Beispiel 1: Kugelsternhaufen Messier 13

Der hellste Kugelsternhaufen des Nordhimmels ist ein Paradeobjekt und kaum zu übersehen, doch wer gerade einsteigt und naturgemäß noch nichts gesehen hat, braucht auch hierfür eine Karte, werfen wir einen Blick auf die entsprechende Karte des "Stern Atlas für den visuellen Beobachter". Ein Blick auf die Übersichtskarte zeigt uns auf welcher Seite wir den entsprechenden Himmelsausschnitt finden





Wir sehen schon: Gar kein Problem, die markante Lage innerhalb des gut mit bloßem Auge sichtbaren Sternbilds macht es uns einfach mit einem Peiler den Kugelsternhaufen zielsicher ins Okular zu holen, im Zweifel reicht ein leichtes Schwenken im Zielgebiet und der helle Haufen wird sich schnell bemerkbar machen.

Beispiel 2: Makarians Galaxienkette in Virgo

Eine Kette von etlichen Galaxien im nördlichen Teil des Sternbilds Jungfrau (bzw auf der Grenze zu Coma Berenices). Meist taste ich mich über Messier 98 und 99 zum südlichen Beginn der Kette, die bei Messier 88 endet heran. Schauen wir auch hier wieder auf den Kartenausschnitt des kompakten Atlases, den Verlauf der Kette habe ich mit einer gelben Linie eingezeichnet.



Hoppla, das ist aber winzig. Den Einstieg finden wir hier sicher noch mit Messier 84 und 86, doch schon mit moderater Öffnung von 8" können wir hier etliche (!) Galaxien gar nicht mehr identifizieren. Zumal: In diesen Atlanten sind Galaxien (sofern sie nicht so groß sind wie Messier 31) immer gleich groß und meist auch mit identischer Form abgebildet. Wir brauchen also hier definitiv eine tiefere Karte. Deshalb schaue ich als nächstes auf mein TriAtlas Panoset (A3).



Schon merklich besser, hier sind weitere Galaxien eingezeichnet und auch beschriftet, im Prinzip könnte man mit dieser Karte die Kette schon freudvoll abfahren, aber sind es wirklich alle erreichbaren Galaxien? Die Beschriftungen sind auch etwas "Kraut und Rüben" auf der Enge. Gehen wir also noch einen Schritt tiefer mit dem "Deep Sky Hunter Atlas", sowie die Detailskarte des Virgohaufens, die Teil dieses Atlases ist.



Uff, auf den ersten Blick wirklich erschlagend, die Objektdichte hat nochmals zugenommen, ausserdem ist der Bereich unvorteilhaft abgeschnitten... Dies ist aber der Grund warum dieser Atlas besonders "wuselige" Abschnitte auf gesonderten Detailkarten darstellt (oben gelb markiert Chart A14), werfen wir also einen Blick auf eben diese Zusatzkarte.


Okay, jetzt reden wir von Übersichtlichkeit. Nun lässt sich jede Galaxie einzeln identifizieren und auch die Größen und Formen der einzelnen Mitglieder der Kette sind realistisch dargestellt.

Wie bereits eingangs erwähnt: Solche Detailverliebtheit braucht man beileibe nicht für jedes Objekt, doch erstens gibt es immer wieder solche überfrachteten Bereiche am Himmel und zweitens nehmen diese mit steigender Öffnung weiter zu. Darüberhinaus kann es auch in der Recherche vor der Beobachtungsnacht großen Spaß machen in einer solch tiefen Karte neue "Schätzchen" zu entdecken, zu recherchieren und in der kommenden Nacht versuchen sie auch wirklich zu beobachten.

Nachtrag: Als kleine Ergänzung habe ich mir noch eine laminierte Karte gebastelt, die verschiedene Gesichtsfelder von Teleskop/Okularkombinationen abbildet. Das kann helfen Abstände und reale Größenverhältnisse besser einschätzen zu können.

 

Zum Abschluss seien aber trotzdem noch einige fertige Alternativen gennant, die sich über die Jahre bei vielen Sternfreunden bewährt haben. Die Reihenfolge ist keine wertende sondern eher eine was den Umfang und die Detailierung angeht.

Name: Atlas für Himmelsbeobachter
Autor: Erich Karkoschka
Grenzgröße/Objekte: 6,5m/250
Seiten: 160
Preis: 17,50€

Name: Stern Atlas für den visuellen Beobachter
Autor: Péter Vizi
Grenzgröße/Objekte: 8m/1000+
Seiten: 30 Karten + Dutzende Seiten Einstieg
Preis: 19€

Name: Deepsky Reise Atlas
Autor: Michael Feiler & Philip Noack
Grenzgröße/Objekte: 7,5m/666
Seiten: ? Besonderheit: Telradkreise
Preis: 29,90€
Name: Star Guide Atlas
Autor: ? Besonderheit: + Telradfolie
Grenzgröße/Objekte: 9m/1000+
Seiten: ?
Preis: 29€

Name: Uranometria Band 1 rdliche Hemisphäre
Autor: Tirion/Rappaport/Remaklus
Grenzgröße/Objekte: 9,75m/30.000 (!)
Seiten:120 Karten
Preis: 50€

Name: Interstellarum Deep Sky Atlas
Autor: Ronald Stoyan, Stephan Schurig
Grenzgröße/Objekte: 9m5/15.000 (!)
Seiten:114 Karten
Preis: 79€ (normale Version) - 130€ (Premium Version, wasserdicht)

Name: The Great Atlas of the Sky
Autor: Piotr Brych
Grenzgröße/Objekte: 12m/70.000 (!!!)
Besonderheit: Alle Objekte bis 5`Größe sind in tatsächlicher
Form/Lage/Größe dargestellt, Karten herausnehmbar, Folie für den Feldeinsatz im Lieferumfang 
Seiten:296
Preis: 159

Mittwoch, 26. März 2014

BB vom 25.03.2014

Ort: "Silent Hill"
Uhrzeit: 21:50 - 2:20 Uhr
Wetter: stark und mitunter schnell wechselnde Transparenz, -2° C
Grenzgröße: Ebenfalls stark schwanken, ca. 5m8 im Maximum

Einmal mehr hat uns diese Nacht an der Nase herumgeführt, schon das letzte Mal riss der Himmel auf, kurz nachdem wir unser Zeug wieder in den Autos verstaut hatten - dem galt es heute ein Schnippchen zu schlagen in dem wir uns in schlechten Momenten einfach weigerten zusammenzupacken - und wir wurden noch belohnt!

Aber von Anfang an: Selten einig waren alle vier von mir genutzten Wetterdienste, dass die Nacht in jedem Fall nutzbar sein würde, 7timer (eigentlich sehr zuverlässig) sah sogar eine besonders trockene Nacht mit guter Durchsicht voraus, also eine Mail an die Gevattern, die dann auch geschlossen zusagten (gesundheitlich und arbeitstechnisch waren wir dann am Ende doch "nur" zu dritt). Ich kam erst kurz vor zehn am Platz an, Andreas war auch erst gerade mit dem Aufbau fertig, Rainer schon eine Weile am Beobachten, der Himmel zeigte sich durchaus ansprechend, wenngleich es in den Tälern ziemlich suppte was sich dann auch in einer stärkeren Horizontaufhellung bemerkbar machte.

Klare Sicht in Richtung Westen

In Richtung Osten: Suppe (mit Marseinlage)


Bis etwa Mitternacht war die Transparenz teils extremen Schwankungen unterworfen, ein paar Mal dachten wir: Das wars jetzt. Von Hochnebel bis durchziehenden Wolken war einfach alles dabei und man musste schon schnell die Objekte angehen, die aktuell drin waren. Bei mir waren das vornehmlich einige Standardgalaxien in Uma, Cvn, Leo und Vir. In guten Minuten waren ganz erstaunliche Details zu sehen, so z.B. an M51, der im 8er schon gute Ansätze von Strukturen zeigte und eine überdeutliche Spirale in Andreas 12er. Rainer verabschiedete sich gegen Mitternacht, hatte er sich doch schon die vorangegangene Nacht um die Ohren gehauen... Der Himmel reagierte natürlich blitzschnell als er der Abfahrt eines Astronomen gewahr wurde :D 

Nun war es fast flächendeckend wieder frei, in den oberen Gefilden sogar mit wirklich guter Transparenz (aber nicht nur dort, auch M104 war lecker). Ich wagte mich nun etwas abseits der "Autobahnen" - Beide Teile der Leo-I Gruppe (M66/65/N3628 als Triplett auf der einen Seite und M95/96/105 auf der anderen) bieten neben den bekannten hellen Messiers auch noch ein paar interessante Nachbarn. Nun war weder Öffnung noch Himmel erstklassig aber ein paar konnte ich doch aufspüren. Nur etwa ein Gesichtsfeld vom Triplett entfernt befindet sich auch mit 8" kaum zu übersehen NGC 3593 (10m9), die markante Lage liess mich das ganze dann auch noch zu Papier bringen.


NGC 3596, wesentlich weiter entfernt und ungleich schwächer (11m3) war auch noch zu sehen, hat mich aber nicht vom Hocker gehauen. Also weiter den Bauch des Löwen entlang krabbeln bis zu Leo 52. Hat man diesen Stern im Okular hat man auch direkt die beiden interessanten Mitglieder der Leo-I Gruppe. Zunächst die überraschend helle NGC 3377 (11m2) - an dieser Stelle muss erwähnt werden, dass es durch die schwankende Transparenz schwer fiel, den wahren Schwierigkeitsgrad einzuschätzen, einfaches wurde unmöglich und dann gingen wieder schwache Kandidaten ohne jede Probleme - Mit im Gesichtsfeld und mit 12m1 wiederum schwächer NGC 3367. Während 3377 eine klare Elongation zeigte, war 3367 praktisch kreisrund. Bei beiden bin ich bis 6.7mm runtergegangen und habe an 3367 etwas interessantes festgestellt: Die Galaxie ist wirklich ein runder Plopp, aber trotz der Schwäche meine ich, da tut sich was im Inneren, definitiv war kein Detail festzunageln, aber der ein oder andere kennt vielleicht dieses Gefühl: 2-3" mehr und da KOMMT was! Naja, andermal mit mehr Öffnung, ich denke da verstecken sich Strukturen. Auch hier habe ich eine kleine Zeichnung angefertigt (und heute Morgen ins Reine am PC gezeichnet).


Sternbildwechsel: In Coma Berenices nahm ich mir zunächst zwei Kugelsternhaufen vor, die ich schon aus vorangegangenen Touren gut kenne - Messier 53 und NGC 5053 (sehr nette Zahlenkoinzidenz), beide passen zwar mit Ach und Krach ins Gesichtsfeld, da sie aber mehr Vergrößerung benötigen schwenkt man die relativ nahen "Brüder" ab. Während bei Messier 53 wenig Aufwand betrieben werden muss um ihn zu zerlegen, war mir das bei 5053 unmöglich, er ist nicht stark konzentriert und bleibt eine kleine nebulöse Masse. Das erstaunt umso mehr, als dass der NGC Haufen sogar noch etwas näher ist als der M-Haufen! (53.000 vs 60.000 Lj), allerdings ist er eine ganze Magnitude schwächer, weil sich hier nicht wie sonst bei Kugelsternhaufen üblich Zig- und Hunderttausende Sterne zusammenballen, sondern nur klägliche 3500. Trotzdem ist das ungleiche Paar immer wieder einen Besuch wert.

Jetzt ist Com aber nicht gerade für seine Kugelhaufen berühmt sondern... genau Galaxien ;)
Die Blackeyed Galaxy M64 hat sich heute ziemlich geziert, wahrscheinlich war die Transparenz gerade mal wieder eingebrochen, jedenfalls war es nicht ohne mit dem 8er die dunkle Kante im Kernbereich wahrzunehmen, ging dann aber doch, nur eben nicht so wie ich das kenne... Deshalb ging ich noch auf Tuchfühlung mit ein paar unbekannteren Kameraden nah des Coma Haufens bei Gamma Com. NGC 4448, direkt über Gamma war unspektakulär aber mit 11m2 auch nicht schwer, schwieriger fand ich da schon die in entgegengesetzter Richtung liegende 4393, die auch schon jenseits der 12m liegt und entsprechend schwächer wahrzunehmen ist.

Eine neue Welle an Intransparenz rückte über den Himmel vor und so gaaaanz leichte Ermüdungserscheinungen gab es schon. Andreas nahm sich nun den Mars vor, ich muss gestehen, ich habe ein sehr gespaltenes Verhältnis zu diesem Planeten - zur Opposition war entweder Mistwetter, ich krank, Teleskop im Eimer... usw. Jedenfalls war ich bis heute immer vom Kriegsgöttchen enttäuscht, wir sind seit heute wieder Freunde ;)

Wow, zwar waren meine Okulare schon alle etwas beschlagen, aber die Details, die das winzige Scheibchen mir da zeigte waren schon sehr erfreulich. Nachdem man sich auf die Helligkeit etwas eingestellt hatte (ohnehin durch Schleierwolken und Beschlag etwas gedämpft) war die Polkappe denkbar einfach, vor allem da der Kontrast durch dunkle Strukturen jenseits des Eises klasse war, das zog sich ein gutes Stück vom Pol weg. Auf der gegenüberliegenden Seite des Planeten (Südpol?) waren ebenfalls dunkle Strukturen zu sehen für die man sich kaum anstrengen musste. Wesentlich schwerer festzunageln, und deshalb auch nicht in meiner Skizze enthalten waren Unregelmässigkeiten zur Mitte der Plantenscheibe hin, meist war sie eher homogen doch manchmal drangen kleine Details hervor, wenn ich sie beschreiben müsste, dann als weich auslaufende Bereiche mit blaugrauer Färbung von sehr kleinem Kontrast. Aber geraten wird nicht und so habe ich daheim nur die Dinge eingezeichnet bei denen ich mir doch sicher war sie gesehen zu haben. Ich weiss nicht ob ich die Größe halbwegs getroffen habe, bei 255-fach war er immer noch recht klein, vielleicht sogar noch einen Tacken kleiner als auf der Zeichnung - bleibt nun aber so. Das "Glühen" um die Planetenscheibe soll natürlich KEINE Atmosphäre oder künstlerische Freiheit sein sondern gibt so in etwa den Beschlag des Okulars wieder (war eher noch ausgeprägter!).


Der Löwe war bereits am niedergehen, der Schwan schon fast ganz über dem Horizont und ein letzter Blick auf M13 und M57 war mehr als ein Frühlingsgag sondern war schon besser als in manch mieser Sommernacht!
 
Nach diesen nun wirklich erfolgreichen Stunden konnte wir guten Gewissens einpacken, vorher galt es erst ein mal eine nette Eisschicht von den Autos zu bekommen, auch mein Tubus sah interessant aus, aber der darf nun in Ruhe im Keller auftauen.

Fazit: Eine sehr schöne, wenn auch kalte und unbeständige Frühlingsnacht - das Mysterium des Opfers für etwaige Wettergötter ist nun auch gelöst! Nicht Tier- oder Sachopfer führen zum Erfolg, nein eine Selbstaufopferung ist wohl von Nöten - erst wenn der erste Beobachter heimfährt wirds klar :P Danke, Rainer - das nächste Mal bin ich dann wieder dran :D


>>Eine sprunghafte Frühjahrsnacht<<

Dienstag, 11. März 2014

Nova in Cepheus entdeckt! Aktuell 11m - Nova Cephei 2014 = TCP J20542386+6017077

Hallo,

soeben drüber gestolpert!

Erst vor wenigen Stunden entdeckt/veröffentlicht:

Nova Cephei 2014 = TCP J20542386+6017077

Ich schaue gleich mal ob ich auch eine Aufsuchkarte bekomme! Wetter passt, Mond nicht aber sterniges mag auffindbar sein Blink

Hier noch die Alert Notice der AAVSO.


Aufsuchkarten: Vielen Dank an Jan für das zeitnahe und akurate Erstellen dieser Karten!

Genialerweise dürfte die Nova für Liebhaber des bekannten Pärchens NGC 6939/6946 recht leicht zu finden sein!


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